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5. und 6. GTC Rennen Oppenrod 5h/7h

Oppenrod – alles offen im Kampf um den TROPHY-Vizemeistertitel

Am vergangenen Wochenende kämpften wir im 5. und 6. GTC-Rennen der Saison auf der Stefan Bellof Kartbahn in Oppenrod.

Die Erinnerungen an das Umfeld der Strecke: Schlamm, miese Sanitäreinrichtungen und kein stabiles Stromnetz waren aus dem letzten Jahr noch präsent – der Schlamm begleitete uns wieder, die Duschen waren zumindest sauberer und der Strom wurde durch zusätzliche Schaltschränke gestützt. Das Thema der weit entfernten Toiletten löste eine sehr nette Spende von der Truppe der #3, den BEBA GTC Academy Racern. Unsere Teams teilten sich ein DIXI-Häuschen – herzlichen Dank dafür!

Im Meisterschaftskampf reisten wir auf P2 der Trophywertung an – mitmarginalem Abstand auf die direkten Verfolger:  3 Punkte vor der #52 und 5 Punkte vor der #16. Es galt, den Vorsprung auszubauen. Siegambitionen in der Klasse waren nur von theoretischer Natur, da die Jungs der #154 einfach unfassbar schnell sind. Unsere Vorbereitungen spulten wir in gewohnter Manier ab und so stand unser kleines KSR-Dorf, incl. Schrauberzelt amDonnerstag in 3 Stunden. Jara und Felix reparierten die Schäden des letzten Rennens (Lenk- und Spurstange, Bodenblech) und ersetzten die Kupplung, die im ersten Rennen der Saison ihren Geist aufgegeben hat. Auf Grund des Unfalls in Cheb musste auch der Tank getauscht werden – eine riesen Fummelei nach demModelltausch. Routiniert und ruhig wie immer wurde alles abgearbeitet und die Fahrer groovten sich auf der für Leandro neuen Strecke im Freitagstraining ein. Das Wetter war eine Mischung aus Spätsommer und Spätherbst, Gummistiefel und Regenjacke wechselten sich ab mit Sonnenceme und T-Shirt. Das machte das Setup natürlich nicht einfacher. Ein beherzter Abflug in die Streckenbegrenzung erforderte eine erneute Lenkstangenreparatur – naja, zumindest hatten wir da Routine… . Nachdem das Kart für das Rennen vorbereitet war, übte unsere Crew den Reifenwechsel auf Zeit. Immer und immer wieder wurden die Handgriffe abgespult. Mit 35- 38 sec lagen wir nicht schlecht. Abends mussten einige Teams wie immer in dieser Saison die Rennreifen bei den GTC Offiziellen abgegeben – warum? Leider kämpfen immer noch nicht alle Teams mit fairen Mitteln. Das zeigte sich am Samstag, als ein Team seine Reifen wechseln musste, da diese offensichtlich in einem Reifenwärmeschrank vorbereitet wurden. Ein anderes Team wurde am Freitag beobachtet, wie es den Tank mit Wärme behandelte, um mehr Sprit einfüllen zu können, um damit die Stints bis aufs Maximum auszureizen. Solche Tricksereien gibt es leider immer wieder und die GTC Offiziellen versuchen seit Jahren, dies zu unterbinden. Aber leider … es will einfach nicht aufhören mit Unfairness.

Das Qualifying am Samstag ging Felix an. Es hatte geregnet und die Strecke trocknete nur sehr langsam. Fast alle fuhren mit Regenreifen raus und versuchten sich an Bestzeiten. Felix fühlte sich gut im Kart aber er kam nicht aus den Ecken. Die Kraft wollte einfach nicht vom Gaspedal auf die Strecke. Bei dem extrem engen Feld fanden wir uns auf P 24 im Gesamtklassement wieder.

Auch nach dem Start dauerte es noch endlose 30 min bis unser Kart irgendwie auf Speed kam. Felix kämpfte sichtlich – woran lag es? Ratlose Gesichter… Beim Boxenstopp – auf P 19 gesamt liegend –  und Fahrerwechsel auf Lenny wurden die Sliks draufgezogen, denn die Strecke war nun fast trocken. Lenny pflügte durchs Feld und gehörte zeitweise zu den Besten Over all. Er arbeitete sich vor bis P 11 gesamt und P 4 in der Trophy  – vor unseren direkten Konkurrenten #16 und #52. Doch dann – die Ereignisse überschlugen sich: Lenny stand in der Senke, am entferntesten Punkt der Strecke von der Boxengasse mit einem verlorenen rechten Hinterrad in der Hand. Was war passiert? Die Bolzen des Radsterns waren gebrochen. Mit allen verfügbaren Kräften wurde das Kart aus der hintersten Ecke geborgen, das Bergeteam war danach völlig fertig. Nach dem Volltanken kam der neue Ersatzreifen zum Einsatz und Tizian übernahm.  Dies alles hatte weitreichende Folgen:

  1. massiver Zeitverlust durch die aufwendige Bergung
  2. drei Minutenstrafe wegen Gefährdung
  3. Da wir bei der Bergung nicht über die Waage gefahren sind, musste Tizian in seinem Stint einmal zusätzlich                                                                       durch die Boxengasse fahren, um eine Waagenzeit zu haben.

Damit wurden die Gesichter länger und die Vizemeistertitelambitionen schwammen davon – schon nach 2 Stunden – ach ne, das kann doch nicht wahr sein, waren wir doch gerade im absoluten Aufholmodus. Lenny griff jedoch sofort nochmal an und wurde von unserem Teamchef Christian beim dritten Stint hinters Lenkrad gesetzt. Er konnte alles ausblenden und legte die besten Rundenzeiten der Trophyklasse hin! MEGA! Zum Abschluss seines Turns belohnte er sich und das Team mit dem Überholen des Gesamtführenden! Bei einsetzendem Sonnenschein griff nun Leandro ins Geschehen ein und lieferte einen soliden 190 kg Moppelstint ab. Leider hatte Lennys Aufholjagt einen kleinenWehrmutstropfen – wir bekamen eine Strafe wegen rammen der #50. Lenny war klar, dass es sehr grenzwertig war und sprach nach seinem Stint mit dem Fahrer – Fairplay ist so wichtig.  Im folgenden Stint von Felix wurden unsere direkten Konkurrenten Opfer eines defekten Radsterns. Die sympathische Mannschaft der #52 strandete und eine PC-Phase war die Folge. Wieder einmal übernahm diesen Job Leon Semel- unser Teammitglied und BEBA Cup Meister 2023. Beim Meisterschaftskampf um P 2 in der Trophy traf es nicht nur uns und die #52, sondern auch die #16 kämpfte auf verlorenem Posten. Das Resultat eines Rennunfalls: Rahmenbruch. Die Truppe musst aufgeben und fuhr vorzeitig nach Hause. Es war bereits der dritte kaputte Rahmen in diesem Jahr. Wir waren mittlerweile soweit abgeschlagen, dass Christian entschied, Leandro kann einen dritten Stint fahren, diesmal mit 180 kg – er sollte mit unserer Susi Spaß auf der Strecke haben. Dies bedeutete zwar einen extra Wechsel, änderte aber nichts im Ranking – Fairplay für alle Fahrer. Die #52 erwischte es erneut – schon wieder brachen die Bolzen des Radsterns. Die Teammitglieder konnten es nicht glauben. Tizian half kurzerhand bei der Bergung, dies wurde dankbar angenommen. Am Ende des ersten Tages und des 5. GTC-Rennens änderte sich am Tabellenstand nichts. Einzig, die Führenden #154 bauten ihren Vorsprung aus. Abends wurde das Kart für das 5 Stundenrennen am Sonntag vorbereitet und wir ließen den Abend zusammen mit der #3 am Lagerfeuer ausklingen.

Nachts hatte es stark geregnet und die Strecke war nass, dennoch starteten fast alle auf Sliks. Lenny übernahm das Qualifying. Nach 5 min die Erkenntnis: Reifenwechsel! In Null Komma nix waren die Pneus drauf und Lenny war sofort mehrere Sekunden schneller, teilweise bis zu 8 bis 9 gegenüber Sliks. Er kämpfte sich ins Mittelfeld, wurde leider in seiner schnellen Runde ausgebremst und damit fanden wir uns auf P 19 gesamt und P 8 in der Klassewieder. Auch den Start übernahm diesmal Lenny. Er performte nach allen Regeln der Kunst und übergab das Kart an Felix auf P 10 gesamt und P 4 in der Klasse! Felix war mit 190 kg unterwegs und konnte dennoch das krass-starke Cupteam #58 rundenlang hinter sich halten. Unser Kart läuft! Endlich! Auch wenn unsere Susi nicht ganz so viel Grip wie am Vortag aufbauen kann, so rennt sie doch bei einem Smoothie-Fahrstil – ein Mädchen eben 😉. Unser Bruderpaar Leandro und Tizian kamen mit der zickigen Susi nicht ganz so gut klar und so verloren wir ein paar Sekunden. In den letzten beiden Stints kämpften Lenny und Felix um jede Zehntel und gaben alles, den Abstand zur # 52 möglichst gering zu halten. In einem „Kurzstreckenrennen“ von 5 Stunden wird allerdings kein Fehler verziehen und so beendeten wird das Rennen auf P 14 gesamt und P 6 in der Klasse. Es wäre an beiden Tagen wiedermal viel mehr drin gewesen, und: es war das erste Rennen der Saison ohne Pokal… .

Positiv: Das Rennen um den Trophy-Vizemeistertitel ist immer noch offen und wir sind nach wie vor auf P 2. Der Sieger steht bereits vorzeitig fest: die #154 ist Trophy-Meister 2025 und liegt uneinholbar vorne. Herzlichen Glückwunsch!

So fahren wir zum letzten Rennen nach Liedolsheim – die Spannung ist groß und alles ist für viele noch möglich, es gibt insg. bis zu 60 Punkten zu vergeben! Aufgeben ist keine Option, wir versuchen mit aller Kraft den Vizemeistertitel zu verteidigen.

Liedolsheim und KSR sind ein gutes Team:  2018 Trophy-Meister / 2023 BEBAcup-Meister