Vom Kart ins Auto – ein Interview mit Jara Rieke

Erstmals traten Jara Rieke und Felix Seidel im Auto auf der Rennstrecke an und absolvierten die Saison bei der GLP (Gleichmäßigkeitsprügung) auf der Nordschleifen.

 Wie fühlt es sich an mit bis zu 160 Rennwagen auf der Nordschleife zu fahren?

Für mich war es in erster Linie ein ganz besonderes Gefühl überhaupt bei einem Rennen auf der Nordschleife zu fahren. Das war schon sehr beeindruckend, wenn man morgens in die Startaufstellung fährt mit einem kleinen 55PS Polo und direkt vor einem z. B. ein BMW GT2 steht. Umso aufregender war es dann auch, diesen Autos auf der Strecke zu begegnen. Anfangs mussten wir uns ein wenig daran gewöhnen, ständig die Spiegel im Blick zu haben. Aber das hat sich relativ schnell eingespielt und dann hat es einfach nur noch richtig viel Spaß gemacht. Für Felix war einfach sofort alles „COOOOOOOLLL“.

Ihr seid zu zweit im Auto – was sind eure Aufgaben?

Das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Beifahrer ist in der GLP wohl wichtiger als sonst irgendwo. Der Fahrer muss seinem Beifahrer zu 1000% vertrauen, da der Beifahrer in der GLP die Zeit nimmt und damit die Ansagen macht: schneller-langsamer. Zudem muss der Beifahrer natürlich auch dem Fahrer vertrauen, denn der Fahrer ist für die Sicherheit im Auto zuständig. Wenn der Beifahrer gut ist, schaut er auch mit in den Spiegel - und was soll ich sagen: WIR SIND GUT!

Wie funktioniert das genau mit der Zeitnahme im Auto – ist ja nicht ganz so einfach für Außenstehende zu verstehen.

Dafür haben wir uns ein eigenes Zeitnahmebrett gebastelt mit zwei Stoppuren und einer Stoppuhr am Lenkrad für den Fahrer. In der GLP gilt es in einer Runde eine Setz-Zeit von z.B. 15 min zu fahren und diese in zwei Bestätigungsrunden genau auf die Millisekunde zu erreichen – und dies bei einer Gesamtlänge von 20,83 km. Um das zu erreichen, müssen Beifahrer und Fahrer perfekt miteinander harmonieren, da der Fahrer genau das sofort umsetzen muss was der Beifahrer sagt. Felix und ich fuhren Bestätigungsrunden mit 0,15 sec und 0,09 sec Unterschied auf die Setzrunde nach Hause. Darauf sind wir richtig stolz.

Habt ihr in den Rennen auch brenzlige Situationen erlebt?

Ja, einmal war es morgens noch sehr nass und rutschig. Für mich und Felix waren es komplett neue Bedingungen auf der Nordschleife. Ich kann mich noch daran erinnern, wie Felix in der Einführungsrunde kurzfristig das nichtvorhandene ABS ausprobieren wollte. Kurz standen wir ein wenig quer – aber: nix passiert. In derselben Runde versuchte uns ein Mercedes zu überholen – er war schneller, es war Platz, soweit - so theoretisch. Aber es war noch nass und der Mercedes kam von der Ideallinie ab – rutsche – rutsche in unsere Richtung – kam immer näher. Zum Glück konnten wir noch ausweichen und alles ging gut. Doch knapp war es trotzdem. Glück ist eben auch immer mit im Spiel.

Danke für diesen spannenden Einblick und herzlichen Glückwunsch zum Erreichen der Permit für die nächste Klasse: 2021 startet ihr in der RCN auf der Nordschleife!